They survived

 
 

Romeo und Julia haben überlebt und sind alt geworden.

Wie gehen sie mit ihrem Alltag um, mit ihrer Geschichte?

Was ist zur Gewohnheit oder Routine geworden?

Was ist mit ihrer großen Liebe geschehen?

Wo haben sie noch Gemeinsamkeiten?

Zerfleischen sie sich?

Sind sie einsam?

Haben sie noch Sehnsüchte?

Und Hoffnung?

Freuen sie sich auf den Tod?

Idee: Ini Dill

Performance: Ini Dill Thomas Jacoby

Premiere 2005 Tacheles BerlinTheater Freiburg, Theater Heidelberg,

Best off Lucky Trimmer Tanz im August 2007, Lucky Trimmer in the Park Gleisdreieck 2012

Schwäne und Blumenkohlmassaker

TANZ: "The Best of Lucky Trimmer.2" als Trend-Schau im Heidelberger Theater

EMBED  

Zum zweiten Mal präsentierte pvc, die Tanz-Kooperation Freiburg und Heidelberg, in "The Best of Lucky Trimmer.2" Kurzchoreographien, gesammelt vom Berliner Tänzer Clint Lutes. Einblicke in Trends der Off-Szene sollen die ausgewählten Highlights bieten. Freie Szene meets Stadttheater, so die Idee von pvc-Kurator Joachim Schlömer. Der Abend startet mit deftiger Verspätung, dann folgen nonstop 10 Kurzstücke, keins länger als 10 Minuten, das war Bedingung. Ansonsten ist fast alles erlaubt.

Vom Videofilm bis zum absurden Happening, von der Tanzpersiflage bis zur Pantomime: Das Spektrum ist bunt, die Experimentierfreude scheint ungebrochen und - es wird auch wieder getanzt. Was ja keineswegs selbstverständlich ist im modernen Tanztheater. Allerdings sind auch hier gut die Hälfte der Stücke absolut tanzfrei. So etwa die witzige Spielerei "Now Here" von Tommy Noonan mit einer roten Schnur und zwei Maschinchen. Oder Thomas Jacobis und Ini Dills bizarre Vision "They survived" von einem alt gewordenen Liebespaar Romeo und Julia. Zerfleischung ist angesagt und ein wildes Massaker von Blumenkohlköpfen krönender Schluss.

Von hohem Unterhaltungswert ist die Performance von Juliane Hollerbach, die in "Stroganoff" Friedrich Holländers Song von der Entstehung des gleichnamigen Fleischrezepts singt. Tanz ist auch hier abwesend, von einer Einlage mit Männern in Tutus abgesehen. Da ist der Lacherfolg jederzeit garantiert und so gar nichts Neues. Zwei Videos sind dabei. In einem tanzen Flamingos mit langen dünnen Beinen; Momente lang verwandeln sie sich in kurioser Metamorphose zu Tänzerinnen aus "Schwanensee". Getanzt wird, und zwar sehr ausdrucksstark, in Maya Lipskers Zwei-Frauen-Stück "Bruno", in Clint Lutes "Niggle myself to death" (Katharina Wunderlich). Die überzeugendste Leistung des Abends zeigte Florian Bilbao in Jörg Schriebes "Kostenlos". Mit höchstem körperlichen Einsatz versucht hier ein Mann, zu seiner Bestleistung vorzudringen. Es gelingt ihm nie, Frust überwiegt Lust. Das Vergebliche ist hier ins Clowneske überführt, und der Tanz bildet aufs Schönste die seelische Gestimmtheit nach. bsch

Bergsträßer Anzeiger
12. Februar 2007



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